Winterfahrt mit der Bergkönigin

 

2020 ist wiedermal ein Schaltjahr. Sicher ergab es sich eher zufällig, daß sich die Mitglieder des Stammtisches Niedersachsen mit vielen weiteren Gästen aus Winterthur, aus Berlin, aus dem „Echten Norden” bei Hamburg und aus Hamburg selbst, genau am 29. Februar im Hotel „Alt-Wernigeröder Hof” einfanden, um an der Jubiläums-Winterfahrt teilzunehmen.

Beim Abendessen im Restaurant des Hotels „Wernigerode” würdigten der Stammtischleiter Gerhard Höttcher, das Berliner Urgestein Jürgen Drömmer und der stellvertretende Stammtischleiter Heiner Bruer mit ihren Ansprachen die besondere Bedeutung der 25. Winterveranstaltung, die seit 2001 nach immer neuen Ideen und unter der Leitung von Gerhard Höttcher und Heiner Bruer stattfinden. Ausserdem gingen die Redner auch ein wenig auf die Geschichte des Stammtisches und auf die bisherigen Winterfahrten ein, die sich im Laufe der Zeit den Ruf der “Kleinen Jahreshauptversammlungen” verdienten.

Der Vormittag des 01. März stand zur freien Verfügung. Am frühen Nachmittag reisten die Teilnehmer mit dem Bus auf direktem Weg vom Hotel über die Ortschaften Benzingerode und Heimburg zum Bahnhof in Blankenburg. 

Wenig später schob die bestens gepflegte Bergkönigin 95 027 ihren aus drei Reisezugwagen gebildeten Zug an den Hausbahnsteig in Blankenburg. Wegen einer vermuteten Störung an der Fahrleitung im Abschnitt Blankenburg – Spitzkehre Michaelstein verspätete sich unsere Abfahrt leider ein wenig. Nach Überprüfung der Strecke durften wir dann in Richtung Rübeland abfahren. 

Wie üblich zieht die Bergkönigin ihre Züge von Blankenburg bis zur heutigen Betriebsstelle Michaelstein über den ersten Steilstreckenabschnitt immer rückwärts. In Michaelstein findet zur Freude der Fotografen ein Lokumlauf. statt. Die Weiterfahrt erfolgt dann Kamin voraus bis zum Bahnhof Rübeland ohne Halt in Braunesumpf, Hüttenrode und Neuwerk.

Besondere Höhepunkte der Strecke sind neben dem kurzen Aufenthalt in Michaelstein der Streckenabschnitt zwischen Hüttenrode und Neuwerk mit Querung der Brücke über die Bundesstraße 27, gefolgt von der Fahrt durch den Krumme-Grube Tunnel, der Fahrt über das Kreuztalviadukt und der Fahrt durch den Bismarcktunnel. Kurz nach Neuwerk blickt man zur Linken auf den ehemaligen Bahnhof Rübeland.

Im dortigen kleinen Lokschuppen unterhält der Verein die Lok „Mammut”, 95 6676, die erste von insgesamt vier Lokomotiven der Tierklasse für die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn, aus der die Deutschen Reichsbahn Gesellschaft die T20 weiterentwickeln und beschaffen ließ und später als Baureihe 95 bezeichnete.

Die nicht betriebsfähige Lok 95 6676 gehört dem Förderverein Rübelandbahn. Die 95 027 gehört zum Bestand von DB-Museum und ist im Lokschuppen in Blankenburg untergestellt. Betreiber ist der Verein Traditionsgemeinschaft 50 3708-0. Die Sonderfahrten im Harz erfolgen durch die Arbeitsgemeinschaft Rübelandbahn. 

Der heutige Bahnhof Rübeland (früher Rübeland-Tropfsteinhöhlen ist dann die Endstation unseres Dampfzuges. Unsere Teilnehmer verlassen den Zug und kehren zu Kaffee und Kuchen in das nahe gelegene Café und Restaurant „Tannengrund” ein.

Trotz der Verspätung erfolgte die Rückfahrt pünktlich, was im Umkehrschluß ein verkürzter Aufenthalt in Rübeland bedeutete. Zudem entfiel dadurch auch die sonst nach dem Wassernehmen übliche Parade von 95 6676 und 95 027 am Lokschuppen im Güterbahnhof Rübeland. 

Unsere Fahrt mit der Bergkönigin konnten wir bei sonnigem Wetter erleben. Schnee blieb den Teilnehmern auch in diesem Jahr leider vergönnt. Dafür entschädigte die Bergkönigin mit einer prächtigen Dampfentwicklung – zumindest für die Fotografen …

 

Bericht: Reinhard Schüler

Weiterführende Informationen:

Impressionen von der Jubiläums-Winterfahrt auf der Rübelandbahn:

Fotostrecke: © Archiv Reinhard Schüler

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