Stadtrundfahrt um die Kur- und Kaiserstadt Aachen mit Besuch des Dreiländerecks auf dem Vaalserberg

 

Geilenkirchen liegt unweit Deutschlands westlichster Großstadt Aachen, welche den meisten der Teilnehmer der diesjährigen Jahreshauptversammlung wohl bisher eher unbekannt war.

Die Stadt liegt unmittelbar an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden. Aachen zählt etwa 250.000 Einwohner.

Wichtigste Einrichtungen und Unternehmen sind die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) mit 45.000 Studenten, rund 600 Professoren und knapp 6.000 wissenschaftlichen Mitarbeitern. Zur Hochschule gehört auch die Uniklinik mit nochmals 7.500 Beschäftigten. Bekannt ist die Klinik über die Region hinaus, auch oder gar eher, durch die umstrittene Architektur des Klinikum-Komplexes.

Der Dienstleistungssektor trägt zu mehr als 2/3 der Wertschöpfung bei. Aachens Universität und die weiteren Hochschulen sind eng mit den in der Stadt und in der Region ansässigen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und namhafter Konzerne Unternehmen verknüpft.

Zu den wichtigsten produzierenden Wirtschaftsbranchen zählen die Süß- und Backwarenindustrie (Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG, die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH und die Franz Zentis GmbH & Co. KG), der Maschinenbau, die Papierindustrie  sowie die chemische und pharmazeutische Industrie.

Wir wollten heute einige der touristischen Höhepunkte Aachens streifen und gingen nach dem Frühstück vom Hotel zum Geilenkirchener Bahnhofsvorplatz, wo unser Bus im Auftrag des Aachener Tourismus Vereins auf uns wartete.

Nach einer guten halben Stunde Fahrzeit erreichten wir bereits den Stadtrand von Aachen und hielten wenig später in der Innenstadt am Theaterplatz zum Zustieg unseres Stadtführers. Und das war ein Holländer – nicht unüblich hier in der Grenzregion. Zahlreiche Pendler passieren täglich in alle Richtungen die Grenzen vom Wohnsitz zur Arbeitsstätte und zurück, oder zum Einkaufen, je nach dem was man benötigt, oder wo was auch immer günstiger zu sein scheint.

Vom Theaterplatz fuhren wir zunächst zum Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz, nach Dom und Rathaus die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit in Aachen. Dabei handelt es sich um einen nach dem zweiten Weltkrieg wieder erstellten Prachtbau mit Wandelhalle und Säulenvorbau und seitlichen Pavillons. Aus zwei Brunnen sprudelt warmes schwefelhaltiges Heilwasser, welches übrigens aufgrund der chemischen Bestandteile nach dem Arzneimittelgesetz nur nach ärztlicher Anordnung verabreicht werden darf. Der Originalbau wurde im Jahr 1827 errichtet. Die Brunnen sind als Kaiserquelle bekannt.

Weiter fuhren wir vorbei am Ludwig-Forum für international Kunst, den Carolusthermen, dem Reitsport Areal und CHIO Reitsportstadion und dem Stadion des früheren Fußball-Bundesligisten Alemannia Aachen. Die Fahrt zum Lousberg, einem Wald- und Bergpark mit Aussichtsmöglichkeit auf die Aachener Innenstadt blieb uns leider wegen Straßenbauarbeiten verwehrt.

In Höhe des Botanischen Gartens konnten wir von einer leichten Anhöhe auf das besagte Klinikum blicken, welches wir dann nach wenigen Minuten zu einer kurzen Pause erreichten.

Im Anschluss passierten wir auf der Bundesstraße 1 die Staatsgrenze zu den Niederlanden, durchfuhren den schmucken Grenzort Vaals und bogen in den Viergrenzenweg ein, der uns auf den Vaalserberg zum Dreiländereck führte. Kurz vor dem eigentlichen Dreiländereck markieren ehemalige Grenzsteine und eine Tafel den höchsten Punkt der Niederlande – 322 Meter. Der Gipfel der Kuppe des Vaalserbergs liegt jedoch schon in Belgien und misst 322,7 Meter.

Am eigentlichen „Drielandenpunt” treffen die Staatsgrenzen zwischen den Königreichen Belgien und den Niederlanden, Belgien und Deutschland, sowie den Niederlanden und Deutschland aufeinander. In der Zeit von 1815 bis 1916 trafen hier sogar vier Grenzen aufeinander. Die Königreiche Belgien und die Niederlande sowie Preußen (später Deutsches Reich) verwalteten gemeinsam das 3,4 Quadratkilometer große „Neutral-Moresnet”. Grund dafür war die lukrative Gewinnung von Galmei-Erz im Tagebau durch die Grubengesellschaft Vieille Montagne. Als Galmei-Erze bezeichnete man früher schwefelfreie Zinkerze wie Zinkcarbonat und Zinksilikat. Heute erinnert nur noch der Straßenname der Zufahrt von Vaals zum „Drielandenpunt” an „Neutral-Moresnet” – der Viergrenzenweg.

Nach unserem Aufenthalt am Dreiländereck reisten wir zurück zum Aachener Theaterplatz und weiter nach Geilenkirchen. Am Theaterplatz bestand die Möglichkeit zum Ausstieg und zu einem individuellen Stadtrundgang durch die Innenstadt, zu einer Führung durch das UNESCO Welterbe und Wahrzeichen der Stadt – dem Aachener Dom,  oder zur Besichtigung des Rathauses, in dem einmal im Jahr der Karlspreis verliehen wird. Die korrekte Bezeichnung wäre: „Der internationale Karlspreis zu Aachen”. Das Karlspreis-Direktorium ehrt mit dem Preis Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich um Europa, oder um die Einigung Europas verdient gemacht haben.

Nun, viele der Teilnehmer nutzten das zusätzliche Angebot und kehrten daher erst am späten Nachmittag mit dem Zug vom Aachener Hauptbahnhof nach Geilenkirchen zurück.

Dem Verfasser dieses Berichtes zog es statt in den Dom in das Modellbahnfachgeschäft „Hünerbein”. Ein großes Ladengeschäft mit einem unglaublichen Sortiment an Rollmaterial und Zubehör in fast allen Spurweiten. Zwei Kartons mit Printen für daheim durften natürlich auch nicht fehlen, sozusagen als Kompensation der entstandenen Ausgaben beim „Hünerbein” …

 

Ein Bericht von Reinhard Schüler

Zwischenhalt am Klinikum Aachen

Fahrt zum Dreiländereck über Vaals (Niederlande):

Fotos: © Reinhard Schüler

Spaziergang durch die Aachener Altstadt:

Fotos: © Reinhard Schüler

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